Von der „Geierwally" zur neuen Nase
Jahrzehntelang litt Silvia H. unter Spott und Selbstzweifeln, ausgelöst durch eine vorgeschädigte Nase. Mit 54 entschied sie sich für die Korrektur — und ein neues Leben.
Die Vorgeschichte
Mit zwölf Jahren wurde die Nase von Silvia H. wegen eines Furunkels — einer eitrigen Entzündung — operiert. Dabei wurde ihr der Knorpel der rechten Seite entfernt. Im Laufe der Jahre senkte sich die Nasenspitze, wodurch ein Nasenhöcker besonders stark betont wurde.
„Du bist schiach", meinte ihre Mutter, „du hast eine hässliche Nase."
Und auch andere verspotteten das Mädchen und später die Frau. „Geierwally" oder „Papagei" wurde sie wegen ihrer ausgeprägten Hakennase sekkiert.
Im Laufe der Jahre überlegte Silvia H. einige Male, sich die Nase operieren zu lassen. Doch zum einen bezahlte die Krankenkasse diesen Eingriff nicht — zum anderen fand sie keinen Chirurgen, der diese anspruchsvolle Operation übernehmen wollte. Jahrzehntelang litt ihr Selbstwert unter der Nase. Nach den Mitschülern spotteten ihre Kollegen mehr oder weniger offen über sie.
„Ich habe ein hübsches Gesicht — wegen der Nase hatte ich dennoch das Gefühl, mich verstecken zu müssen."
Auf einer zehnteiligen Skala, bei der Stufe 1 sehr niedrig und Stufe 10 sehr hoch ist, lag ihr Selbstwert vor der Operation bei einem Wert von 3.
Die Entscheidung
Im Herbst 2015, damals war sie 54 Jahre alt, beschloss sie, „den Makel richten zu lassen". In einer aufwendigen vierstündigen Operation wurde ihre Nase korrigiert, wobei der fehlende Knorpel transplantiert werden musste. Groß war ihre Aufregung am Tag, als der Verband abgenommen wurde. Dr. Kuzbari warnte sie und meinte, die geschwollene Nase sehe noch wie eine Kartoffel aus.
„Ich sah die verschwollene Nase mit ihren Blutkrusten und wusste: jetzt ist sie lieb."
Das Ergebnis
Die korrigierte Nase entsprach ihrem persönlichen Selbstbild — sie war so, wie sie sich selbst sah.
„Ich war von Anfang an glücklich und dankbar. Die Operation hat meine Seele gerettet."
Ein halbes Jahr nach ihrer Nasenoperation sieht sie sich auf Stufe zehn der Zufriedenheitsskala.
Bis heute hat Silvia nur wenigen Menschen von ihrer Nasenoperation erzählt und wundert sich, dass diese kaum jemandem auffällt. Sie erhält Komplimente, hört, dass sie gut aussieht — doch sogar ihrer Freundin, die sie schon seit 40 Jahren kennt, ist die Operation bisher nicht aufgefallen. Vielleicht liegt dieses Phänomen an der Kongruenz: an der Übereinstimmung ihres Gesichtes in der Öffentlichkeit mit ihrem inneren Bild.
Ihr Mann, von dem sie getrennt lebt, meint: „Wenn ich dich nur früher so kennengelernt hätte. Jetzt bist du noch schöner."
Die Empfehlung
Für Silvia H. war die Operation eine hohe Investition, die sich allerdings voll ausgezahlt hat:
„Ich würde es wieder machen und kann das nur jedem empfehlen, der unter einem solchen Makel leidet."
Gleichzeitig warnt sie vor Billigoperationen im Ausland: „Eine Freundin ließ sich in Polen operieren, das ist komplett misslungen."
Silvias Leben hat sich grundlegend verbessert: „Ich bin das, was ich bin." Und ihrer Mutter hat sie inzwischen auch schon verziehen.